{"id":26,"date":"2022-12-22T11:16:01","date_gmt":"2022-12-22T11:16:01","guid":{"rendered":"http:\/\/meta-rating-bwl.org\/?page_id=26"},"modified":"2023-01-02T10:58:54","modified_gmt":"2023-01-02T10:58:54","slug":"kritische-wuerdigung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/meta-rating-bwl.org\/2023\/?page_id=26&lang=de","title":{"rendered":"Kritische W\u00fcrdigung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Das Meta-Rating dient als Datengrundlage f\u00fcr die WK-spezifischen Meta-Ratings. Diejenigen WK\u2018s, die in diesem internationalen Meta-Rating eine Orientierungshilfe sehen, k\u00f6nnen die Ratingpositionen der f\u00fcr sie relevanten Journals auf ihre jeweilige VHB-WK-Seite stellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Durch die verwendete Methodik ergibt sich eine Gesamtliste \u00fcber die betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen hinweg. Sie ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass die internationalen Ratings ebenfalls die gesamten betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Wir betonen ausdr\u00fccklich die Wichtigkeit eines verantwortlichen und reflektierten Umgangs mit dieser Liste. Auch das vorliegende Meta-Rating kann das Lesen der jeweiligen Publikationen \u2013 gerade bei Evaluierungen von Forschungsleistungen Einzelner \u2013 nicht ersetzen. Jegliche Bewertung von Forschungsleistungen unter R\u00fcckgriff auf standardisierte Verfahren und Durchschnittswerte beinhaltet Vereinfachungen und damit eine Verengung des Blickfeldes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Das Meta-Rating ist in erster Linie als Orientierungshilfe f\u00fcr eigene Aufsatzeinreichungen gedacht. Gerade f\u00fcr Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ist es wichtig zu wissen, welche Reputation mit einer Publikation in einem bestimmten Journal aus Sicht der internationalen Scientific Community verbunden ist. Jegliche Evaluation von Forschungsleistungen, die sich auf eine simple, nach Ratingwerten gewichtete Addition von Aufs\u00e4tzen beschr\u00e4nkt, ist problematisch. Zu den wichtigsten Problemen z\u00e4hlen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"has-black-color has-text-color wp-block-list\">\n<li class=\"has-black-color has-text-color\">Das Streuungsproblem: Die Reputation einer Zeitschrift bildet sich langfristig aus der Qualit\u00e4t der in ihr publizierten Aufs\u00e4tze. Dies bedeutet jedoch keineswegs, dass alle in ihr erschienenen Aufs\u00e4tze gleich gut sind. Vielmehr gibt es sowohl bahnbrechende Aufs\u00e4tze in Zeitschriften mit geringer Reputation als auch schwache Aufs\u00e4tze ohne jeden Einfluss in Spitzenzeitschriften. Im Mittel ist es nat\u00fcrlich umgekehrt: Die Reputation einer Zeitschrift ist ein (fehlerbehafteter) Indikator f\u00fcr die Qualit\u00e4t des Aufsatzes \u2013 nicht mehr und nicht weniger.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color\">Das Unvollst\u00e4ndigkeitsproblem: Das Meta-Rating bezieht sich ausschlie\u00dflich auf Publikationen in Zeitschriften. Ein anderer Teil betriebswirtschaftlicher Forschung wird in anderen Medien publiziert, etwa in Monografien, Conference Proceedings, Kommentaren, oder zeigt sich in der Entwicklung von Prototypen. Diese Forschungsleistungen werden durch das Meta-Rating nicht erfasst.<\/li>\n\n\n\n<li class=\"has-black-color has-text-color\">Das Opportunismusproblem: Immer dann, wenn Leistungsbeurteilungen aufgrund von wenigen Kennzahlen vorgenommen werden, entsteht das Problem, dass dies von den Beurteilten antizipiert wird. In einer solchen Situation ist es rational, nur die Kennzahl zu optimieren. H\u00e4ngt diese mit dem tats\u00e4chlich gemeinten Leistungsziel nur korrelativ zusammen, k\u00f6nnen massive Fehlsteuerungen die Folge sein. Die wissenschaftliche Suche nach relevanten und innovativen Erkenntnissen ist komplex, die Bewertungen von Forschungsleistungen \u2013 so wichtig sie ist \u2013 stets fehlerbehaftet und vorl\u00e4ufig. Wissenschaftler:innen, die sich statt auf das Erkenntnisziel nur auf Publikationserfolge konzentrieren, k\u00f6nnen versucht sein, das eine zu Lasten des anderen zu erreichen. Salamipublikationen, \u201eDeals\u201c und andere Formen der legalen und illegalen Ausnutzung von Spielr\u00e4umen k\u00f6nnen die Folge sein.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Das Meta-Rating ersetzt also keinesfalls das differenzierte Bild, das sich jede Kollegin und jeder Kollege bei der Beurteilung von Publikationsleistungen machen sollte. Um die Originalit\u00e4t und Relevanz der Fragestellung, die Fundiertheit und argumentative Stringenz des Theoriebeitrags und den methodischem Rigor in Anlage und Ausf\u00fchrung von Modellbildung und\/oder Empirie beurteilen zu k\u00f6nnen, muss man einen Aufsatz tats\u00e4chlich lesen \u2013 dies war und ist unver\u00e4ndert so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich ist immer wieder darauf hinzuweisen, dass die akademische Forschung stets nur ein Teilbereich der umfangreichen Aufgaben von Hochschullehrer:innen ist. Die Erf\u00fcllung von Lehraufgaben, Dienstleistungen in Selbstverwaltung und f\u00fcr die Gemeinschaft der Forschenden oder auch der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse sind nat\u00fcrlich ebenfalls wichtig, und herausragende Leistungen in diesen Bereichen verdienen ebenso W\u00fcrdigung und Anerkennung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Meta-Rating dient als Datengrundlage f\u00fcr die WK-spezifischen Meta-Ratings. Diejenigen WK\u2018s, die in diesem internationalen Meta-Rating eine Orientierungshilfe sehen, k\u00f6nnen die Ratingpositionen der f\u00fcr sie relevanten Journals auf ihre jeweilige VHB-WK-Seite stellen. Durch die verwendete Methodik ergibt sich eine Gesamtliste \u00fcber die betriebswirtschaftlichen Teildisziplinen hinweg. 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